Die Erkenntnisse über den prägenden Einfluss der Nebennierenrindenhormone auf unser gesamtes Leben greifen in die leider immer noch ideologiebelastete Diskussion um den Vorrang von Erziehung und Anlage ein. Sind unsere Verhaltensweisen vererbt, angeboren oder das Ergebnis gesellschaftlicher Umwelteinflüsse? Die eindeutige Antwort ist: Sowohl als auch. Das klingt wie ein Scherz, ist es aber nicht. Es scheint zumindest, als ob manche Charaktereigenschaften regelrecht vererbt werden. Andere sind u.a. das Ergebnis der hier dargestellten Vorgänge während der Schwangerschaft und sind somit angeboren, aber nicht vererbt. Weitere sind das Ergebnis der sozialen Umwelt in den ersten Kinderjahren. Sie sind dann angelegt, aber nicht angeboren und nicht vererbt. Es bedeutet nichts anderes, als dass eine intensive Vermischung zwischen Vererbung, Angeborensein, Anlage und Umwelteinflüssen besteht, die jedoch unser Verhalten früher beeinflussen und resistenter gegen Umwelteinflüsse werden lässt als es manchen Ideologen lieb ist, besonders wenn es sich dabei um Ideologen handelt, die sich anmaßen, durch Indoktrinationen in Kindergärten, Bildungseinrichtungen und mit Hilfe von Kommunikationsmedien den ihrer Ideologie angepassten „Neuen Menschen“ formen zu müssen oder zu können. Ein Blick zurück bis in die Texte sumerischer Keilschrifttafeln zeigt, dass sich trotz mehrfacher Versuche in der Geschichte der Menschheit, die Hunderte Millionen Menschenleben gekostet haben, das Verhalten der Menschen seit Jahrtausenden wenig verändert hat und alle Umerziehungsversuche im Kleinen wie im Großen am Ende an der Natur des Menschen scheiterten.
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